Dienstag, 25. August 2009

Schattenspiele

Auch auf dem Jupiter gibt es Sonnenfinsternisse. Von der Erde aus machen sich diese als Schattendurchgänge der Jupitermonde bemerkbar. Auf der Wolkenoberfläche zeichnet dann der ensprechende Mond einen kleinen dunklen Schatten.
Am 25.8.2009 bot sich die seltene Gegegenheit eine doppelten Schattendurchgangs. Dabei trat zuerst gegen 0:08 MESZ Ganymed vor die Jupiterscheibe, danach sein Schatten um 0:41 MESZ. Europa folgte um 1:29 MESZ und schließlich gegen 1:46 MESZ der Schatten des Trabanten.
Die Zeichnung entstand an einem 127/1200 Refraktor bei einer Vergrößerung von 150-fach. Europa selbst war zu kontrastschwach, um gesehen zu werden.





Samstag, 25. Juli 2009

Jupiterimpakt



Unerwarteter Einschlag Am 19. Juli 2009 beobachtet der Australische Amateurastronom Anthony Wesley einen dunklen Fleck in der Südpolregion Jupiters, der eigentlich nicht dorthin gehörte. Schon am nächsten Tag wurde bestätigt, dass es sich um den Einschlag eines Asterioden oder Kometen handelt. Detailaufnahmen des HST zeigen ein dunkles Areal auf der Jupiteratmosphäre, sehr ähnlich den Einschlagmarken des Kometen Shoemaker-Levy 9 im Jahr 1994.
Am 25.7. und 27.7. hatte ich das doppelte "Wetterglück" die Einschlagstelle im Teleskop sichten zu können. Im 127/1200 Refraktor wurde der Fleck nach einigen Minuten des "Einsehens" gut erkennbar. Die Form erschien merkbar oval - etwa im Verhältnis 2:1; die Farbe gräulich, aber deutlich heller als der Schatten eines Jupitermondes auf der Wolkendecke.
In der Nacht des zum 4.8. zeigt sich die Impaktmarke noch einmal als schwacher langezogener Streifen in der Südpolregion.

Dienstag, 22. Januar 2008

Klein aber fein

Am 22.1.2008 zeigte die nur etwa 13" kleine Marsscheibe noch einmal schöne Details im 100mm Refraktor. Das Seeing war hervorragend, zumal der Rote Planet gut 65° hoch stand.
Prägnante Albedostrukturen wie die dunkel erscheinende "Große Syrte" und das helle "Hellasbecken" waren deutlich sichtbar, ebenso die weißliche Polhaube.

Montag, 29. Oktober 2007

Ausbruch eines Vagabunden

Kometen, die Vagabunden unseres Sonnensystems stammen aus dessen Aussenbezirken, dem Kuipergürtel und der Oortschen Wolke. Sie sind Überbleibsel aus der Zeit, als sich unsere Planeten formierten und bestehen zum größten Teil aus gefrorenem Wasser, Kohlendioxid, Methan, Ammoniak und Staubpartikeln. Der oft verwendete Begriff "schmutziger Schneeball" trifft den Charakter gut.
In der Regel sind Kometen recht lichtschwache Objekte, die selten ohne Teleskop oder Fernglas beobachtet werden können. Der Komet 17P/Holmes sorgt jedoch für eine Überaschung als er innerhalb von wenigen Tage seine Helligkeit um das 1-millionenfache steigerte und sich zu einem - mit dem bloßem Auge sichtbaren Objekt 2ter Größenklasse - mauserte.

Die Illustration zeigt den Kometen am 29.10.2007 beim Anblick durch ein Spiegelteleskop mit 150mm Öffnung bei 60facher Vergrößerung. 

Bei guten Bedingungen war Holmes am 30.10.2007 mehrere Stunden beobachtbar. Die Illustration zeigt den Okularanblick durch ein Teleskop 150mm Öffnung bei 120facher Vergrößerung.
Deutlich sind ein kleiner fast sternförmiger Kern, der so genannte "False Nucleus", ein hellerer, dreieckiger Bereich und die ausgedehnte Koma erkennbar, die zu einer Seite diffuser erscheint, während sich die entgegengesetzte Seite schärfer abgegrenzt darstellt. 


Der Abend des 31.10.2007 bot noch einmal ein kalte aber sehr klare Nacht.
Der Komet wirkte im Teleskop etwas diffuser und nicht mehr ganz kreisförmig. Im Fenglas war sogar ein sehr schwacher Halo erkennbar, der etwa die zweifache Ausdehnung der Koma aufwies.

Die Illustration zeigt den Anblick durch ein bildstablisiertes Fernglas mit 50mm Öffnung und 15facher Vergrößerung. 

Am 7.11.07 war im Rheinland endlich wieder einige Stunden klarer Himmel angesagt, zwar nicht optimal, mit feuchter, etwas diesiger Atmosphäre und ab und an durchziehenden Zirrenfeldern.
Holmes zeigt eine deutlich veränderten Anblick: die Koma erschein schwächer aber dafür nahezu doppelt so groß, wie noch am 31.10.07. Die "Ränder" erschienen nicht mehr so scharf abgegrenzt und der vor einer Woche noch sichtbare False Nucleus war nicht mehr auszumachen.

Die Illustration zeigt den stimmungsvollen Eindruck im 15x50 Fernglas:
Holmes nahe der Sternassoziation Melotte 20. 

Am Abend des 14.11.2007 gab es im Rheinland wieder einige Stunden mit ausgedehnten Wolkenlücken, in denen der Himmel sehr klar war. Holmes stand schon nahe von Mirphak, dem hellsten Stern im Sternbild Perseus, der auch praktisch das Zentrum von Melotte 20 markiert. Das Instrument der Wahl war deshalb auch das 15x50 Fernglas, das mit dem entsprechend großen Gesichtsfeld einen wunderschönen Anblick von Holmes und der Sternassoziation bot.

Stellen Sie Ihren Monitor am besten so ein, dass die Koma des Kometen bis zu den beiden kleinen Pfeilen reicht.

Donnerstag, 20. November 2003

Himmlische Lightshow


Unsere Erde hat eine natürliche Lightshow im Programm, gegen die selbst riesige Feuerwerke und grell in den Himmel strahlende Skybeamer nur ein müder Abklatsch sind: Polarlichter, jene Leuchterscheinungen, die in eleganten Bögen, Strahlen und Schleifen über den Nachthimmel geistern. Bei Polarlichtern denken wir sofort an ein Phänomen der nördlichen Länder und weniger an ein Himmelsereignis, das auch in Mitteleuropa üblich ist. Aber selbst in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind Polarlichter sichtbar - man muss nur wissen wann!

Die Fotografie zeigt ein Polarlicht im Rheinland während einer starken Sonnenaktivität im November 2003.

In der Regel besteht im deutschsprachigen Raum nur etwa eine handvoll Nächte im Jahr die Chance auf ein solches Großerreignis. Damit Ihnen kein Polarlicht durch die Lappen geht, sind folgende Anlaufstellen hilfreich: Polarlichtvorhersage 

Eine Polarlichtfotografie ist gar nicht so schwer. Mit einer Digitalkamera sind Sie in der Lage beeindruckende Nordlichaufnahmen zu machen. Fahren Sie am Abend einer Polarlichtwarnung am besten ein Stück aufs Land und richten Ihre Kamera mit einem Stativ in Richtung Norden. Wenn Sie ein rotes Leuchten am Horizont wahrnehmen, versuchen Sie Aufnahmen mit verschiedenen Belichtungszeiten von etwa 15 - 30 Sekunden. Selbst wenn am Himmel nur ein schwacher roter Lichtschimmer sichtbar ist, kann die Fotografie Strukturen in Rot und Grün zeigen.